Besuch des Aus- und Fortbildungszentrums der Bundespolizei

Am 04. Juli war der Bürgerverein Bamberg-Ost zu Besuch im Bundespolizeiaus- und Fortbildungszentrum Bamberg, kurz – BPOLAFZ BA.

Heutzutage wird Bamberg hauptsächlich mit Bier und seiner historischen Altstadt in Verbindung gebracht, aber Bamberg blickt auch auf eine lange und bedeutende Militärgeschichte zurück, die bis ins 18. Jahrhundert reicht.Noch am deutlichsten sichtbar ist diese Geschichte im Bamberger-Osten. Dort befinden sich die von 1890 bis 1893 errichtete Lagarde-Kaserne und die östlich des Berliner Rings gelegene Panzer- und Artilleriekaserne, die in den Jahren 1935 und 1936 errichtet wurde. Nach Ende des zweiten Weltkriegs übernahm die US-Armee die Kasernen und betrieb diese als „Warner-Barracks“ bis zu ihrem Abzug im September 2014.

Zwei Jahre später füllten sich Teile des leerstehenden Areals mit neuem Leben. Am 1. September 2016 wurde in der ehemaligen Panzer- und Artilleriekaserne das bislang größte und modernste Aus- und Fortbildungszentrum der Bundespolizei feierlich eröffnet. Die Eröffnung des BPOLAFZ war ein weiterer Schritt im Wandel Bambergs von einem bedeutenden Militär- zu einem Polizeistandort.

Begrüßt wurden die Mitglieder und Gäste des Bürgervereins Bamberg- Ost am Haupteingang des BPOLAFZ, dem ehemaligen Gate 3, von Frau Hanna Krause und Herrn Polizeioberkommissar Rolf Glück, dem Leiter des Bereichs Öffentlichkeitsarbeit der Bundespolizei. Im Reisebus ging es dann über das Gelände.

Erste Station war das nördlich der Zollner Straße gelegene Areal, mit den ehemaligen Panzerwerkstätten und -Stellflächen. Dort befindet sich in Containern untergebracht aktuell die Fahrbereitschaft des Zentrums. Auf den ehemaligen Panzerstellflächen finden Fahrunterricht und Fahrtrainings statt und in einem kleinen Teilbereich lagert die Kriminalpolizei beschlagnahmte Fahrzeuge. Die Boarding-Häuser haben ihre Funktion behalten und dienen Gästen und Besuchern als Unterkunft.

Weiter ging es zum „Engineers Lake“. Der See, an dem früher Angelwettbewerbe stattfanden und wo einst GIs mit ihren Familien sich erholten wird heute hin und wieder für kleine Grillfeiern oder als Joggingstrecke genutzt. Ansonsten wirkt der Platz als seien die Amerikaner gerade abgezogen. So finden sich noch die anlässlich der „Earth Days“ gepflanzten Bäume und auch die Sonnenuhr, die Wasserspiele und das „Hum Hole“ sind noch vorhanden.

Die nächste Station war ein nachgebauter Fahrkartenautomat der DB, wie sie sonst an Bahnhöfen zu finden sind. Dieser ist aber keine Hinterlassenschaft der US Army, sondern wurde von der Bundespolizei aufgestellt um realitätsnah z.B. Personenkontrollen oder Festnahmen auf Bahnhöfen üben zu können.
Um realitätsnahes Training geht es auch in der ehemaligen Bowlinghalle. Dort befindet sich jetzt ein Trainingszentrum für Situationen im künftigen Berufsumfeld der angehenden Polizisten. Schwerpunkt der Bundespolizei ist neben der Sicherung von Großveranstaltungen der Einsatz an Bahnhöfen und Flughäfen. Deshalb befinden sich dort originalgetreue Nachbauten von Zugabteilen verschiedenster Art und einer Flugzeugkabine. Auch ein variabel gestaltbarer Raum für das Training von Hausdurchsuchungen ist vorhanden. In Kürze sollen die Trainingsmöglichkeiten noch um Wagons eines realen Regionalexpress erweitert werden, der neben der Trainingshalle stehen wird.

Im weiteren führt die Route vorbei am ehemaligen Kino, dem ehemaligen Heizkraftwerk, dem Sitz des Standortkommandeurs, der ehemaligen Chapel, dem „Desert Storm Park“, der ehemaligen Schule, dem Burger King und der JFK-Gym. Das ehemalige Kino ist inzwischen Teil der Aufnahmeeinrichtung. Der Sitz des Standortkommandeurs wird nach Abschluss der Altlastensanierung die Verwaltung des BPOLAFZ beherbergen und wo einst amerikanische Kinder und Jugendliche die Schulbank drückten werden heute junge Polizeianwärter unterrichtet. Der ehemalige Burger King soll schon in Kürze wiederbelebt werden. Dort soll ein Art Bistro entstehen, in dem sich die Schüler auch nach Dienstschluss treffen und ihre Freizeit verbringen können. Die Wiege des Bamberger Basketball, die JFK-Gym wird wieder als Sporthalle genutzt; dort finden nun u.a. die Auswahlverfahren für die Bewerber statt.
Auf dem Weg zur letzten Station der Besichtigung – der Freedom Fitness Facility, begegnet uns ein Bus, der aussieht wie ein Stadtbus, aber keiner ist. Drei Buslinien, erschließen das Areal und sorgen dafür, dass die Schüler zu den einzelnen Trainings- und Schulungseinrichtungen kommen.

Den Abschluss der Tour bildet die Freedom Fitness Facility, die moderne Sporthalle am Berliner Ring. Abgesehen von einigen kleinen Veränderungen ist dort alles beim Alten. So wurde das Sternenbanner, das einst den Treppenaufgang zierte überstrichen. Da man sich aber der historischen Bedeutung bewusst war wurde hier eine Farbe benutzt, die bei Bedarf wieder abgelöst werden kann, ohne das darunterliegende Gemälde zu zerstören. Auch wenn die Halle aufgrund ihrer hellen und lichtdurchfluteten Architektur für hohe Unterhaltskosten sorgt, so besticht sie immer noch mit ihrer Fülle an Möglichkeiten für Sport und Veranstaltungen.

Für die Bundespolizei ist mit den BPOLAFZ regelrecht ein Traum wahr geworden. Von solchen Trainings- und Ausbildungsmöglichkeiten können die Polizeischüler andernorts nur träumen.
Deshalb wird das BPOLAFZ auch noch weiter ausgebaut und so soll z.B. noch eine moderne Raumschießanlage erhalten. Im September 2018 soll das Zentrum seine maximale Auslastung mit etwa 2.200 Schülern erreichen. Anbetracht der politischen Lage und der Altersstruktur der Bundespolizei kann man aber davon ausgehen, dass das BPOLAFZ auch in Zukunft ausgelastet sein wird; sowohl als Ausbildungs- als auch als Fortbildungszentrum.

Einige Besucher und Besucherinnen verlassen nach der Besichtigungstour das Areal mit etwas gemischten Gefühlen. Mancher und manche erinnern sich mit leichtem Wehmut an vergangene Tage, an seine bzw. ihre „Amis“, andere denken an den neuen Stadtteil, der einst entstehen sollte.
In einem Punkt sind sich aber alle einig: Es war eine hochinteressante und kurzweilige Besichtigungstour durch eine beeindruckende und hochmoderne Einrichtung, die allen sicher noch lange in guter Erinnerung bleiben wird.

Unser Dank gilt dem Vorsitzenden des Bürgervereins Heinz Kuntke, der den Besuch organisiert hat, sowie Herrn Glück und Frau Krause von der Bundespolizei für den netten und warmherzigen Empfang.

 

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